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Pfarrversammlung im Leohaus
Ruhr Nachrichten vom 07.02.12

RN-Foto RademacherOLFEN. Bei der Pfarrversammlung St. Vitus gab es für die Teilnehmer in diesem Jahr sogar eine Hausaufgabe. Heidi Wever, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, bat am Sonntag im Leohaus die versammelten Gemeindemitglieder, sich noch bis April Gedanken zu machen, wie sie ihr neues Pfarrheim benennen könnten. Gerade hat der Bau desselben mit dem ersten Spatenstich begonnen, die Planung steht also. Nur ein Name fehlt noch.

RN-Foto RademacherDer Neubau des Pfarrheims stand aus gegebenem Anlass natürlich im Mittelpunkt der Pfarrversammlung: Franz Kersting und Andreas Eckmann vom Kirchenvorstand informierten ausführlich über die Planung und hatten auch einen Grundriss dabei, der schon mal einen Eindruck von dem zukünftigen Innenleben des neuen Pfarrheims vermittelte.

Einen großen Raum von rund 180 Quadratmetern wird es dort geben, der durch mobile Wände in drei kleinere Räume getrennt werden kann. Außerdem sind noch zwei kleinere Gruppenräume vorgesehen sowie eine Küche. Insgesamt werden in dem neuen Pfarrheim zwar weniger Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen als im Leohaus. Allerdings werden die neuen Räumlichkeiten auch viele neue Möglichkeiten bieten.

Kochkurse möglich

So eignen sich die kleineren Räume beispielsweise gut für die Arbeit der Jugendgruppen, eine moderne Küche ermöglicht zudem auch wieder ein Kochkursangebot, das im Leohaus durch den schlechten Zustand der Küche nicht möglich war.

Neben dieser Zukunftsmusik sorgte Peter Dördelmann durch eine Fotoschau außerdem noch für einen anschaulichen und ausführlichen Rückblick auf das vergangene Jahr der Olfener Kirchengemeinde St. Vitus.

Pfingstbrief diskutiert

Noch ein weiteres Thema stand auf dem Programm. Die Teilnehmer der Pfarrversammlung diskutierten in Kleingruppen den Pfingstbrief des Diözesankomitees, sammelten aufgeteilt in Kleingruppen Anregungen und Vorschläge, wie Kirche in Olfen sowie allgemein lebendig und zukunftsträchtig gehalten werden kann. Die Ideen der Olfener werden an das Bistum weitergegeben.

Wenn die Olfener dann ihre Hausaufgaben erledigen, kann der Name des neuen Pfarrheims im kommenden April ausgewählt und auch bekanntgegeben werden.

marie


 

Pfarrversammlung - Fragensammlung
05.02.12 - Fragen des Diözesanpastoralplans erarbeitet

In kleinen Gruppen wurden Fragen des Diözesanpastoralplans erarbeitet und der Pfarrversammlung vorgestellt.
Hier die Ergebnisse:

Frage 1: Was beunruhigt mich am derzeitigen Zustand der Kirche und hindert mich an meinem Glaubensleben?
Aussage: Mein Glauben ist in mir und hängt nicht am ‚Zustand’ der Kirche.

• Zu wenig junge Familien kommen in die Kirche
• Kirche wird immer leerer
• Die Kirche erreicht viele Menschen, besonders Jugendliche, nicht mehr.
• starres Festhalten am ‚Althergebrachten’ (z.B. Zölibat)
• Kirche reagiert nicht auf den Wandel
• Amtskirche ist vom Alltag weit weg
• ‚Würdenträger’ haben ein ganz anderes Leben gelebt als Normalbürger. Sie werden erst im Rentenalter gewählt. Dadurch fehlt der Bezug zu Heute.
• Strenge Erziehung im Glauben
• Beliebigkeit gegenüber ‚muss’ in früheren Zeiten
• Kirche war ein Wertepool
• Wo gibt es in der Kirche Halt?
• Priester müssen durch die Rendantur von Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Befürchten die Priester den Machtverlust?
• Viel Resignation. Keine Offenheit, Ehrlichkeit. Es muss noch schlechter werden, damit sich etwas in der Kirche bewegt.
• Zu wenig Ehrlichkeit in Sachen Sexualität
• Laien haben zu wenig Mitspracherechte
• Konservative, traditionelle Ausbildung jüngerer Priester
• Zitat von Dr. Engeling: Schriftgelehrte u. Pharisäer gibt es heute bei Geistlichen, Bischöfen und dem Papst

Aber: Es gibt viel Gruppierung in Olfen - vieles läuft gut. Es gibt in Olfen 13.000 Menschen, das heißt 13.000 Wege zu Gott. Die Kirche nicht an der Besucherzahl der Gottesdienste messen.

Frage 2: Was soll sich in der Kirche ändern?

• Ehrenamt. Anerkennung und Ausbildung von Laien
• Mitentscheidung der Frauen
• ‚Alte Zöpfe’ der Liturgie abschneiden
• Wo bringt sich Gemeinde ein? Diakonischer Auftrag!
• Jugendgottesdienste (Messgestaltung zu eintönig)
• Mehr Gemeinschaft - Generationsübergreifender Treffpunkt
• Andere Orte für Messfeiern suchen, persönlicher gestalten - ggf. Wortgottesdienst
• Junge Familien ansprechen. Interesse ist da. Siehe Segnungsgottesdienst
• Kirche muss sch auf das Wesentliche konzentrieren
• Hin gehen - nicht kommen lassen. Seelsorge muss/soll zu den Menschen kommen
• Sprache der Menschen finden
• Position beziehen – deutliche Worte finden
• Glauben aus der Kirche holen
• Kirche soll mutiger, offener im Umgang mit Neuem werden
• Übermittlung von eigenem Glauben an den Nächsten
• Pastöre sollen verstärkt Zeit haben für die Seelsorge, Verwaltungsarbeiten outsourcen
• Umgang mit Wiederverheirateten und Geschiedenen
• Dialogprozess nachhaltig fortsetzen
• Bessere Öffentlichkeitsarbeit
• Gemeinde braucht ein anderes Selbstverständnis innerhalb der Amtskirche
• Diakonat der Frau
• Lockerung des Zölibats
• Wahlordnung bzgl. Papstwahl ändern, Einbezug der Jüngeren

Änderungsvorschläge für unsere Pfarrgemeinde in Olfen

• Religionsunterricht in der katholischen Grundschule. Nicht nur Ethik
• Lektoren schulen, damit sie deutlicher, langsamer sprechen
• Lautsprecheranlage in der Kirche schlecht für Hörgeräteträger. Verständlichkeit ist vorm Pfarrhaus (zu Fronleichnam) besser als in der Kirche
• Pastor soll verstärkt Zeit haben für die Seelsorge
• Hin gehen - nicht kommen lassen. Seelsorge muss/soll zu den Menschen kommen
• Wo bringt sich unsere Gemeinde ein? Diakonischer Auftrag!