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Die Vertretrer des Bistums Münster (Foto: Nolte / Kirche+Leben)Auftakt: „Im Heute glauben. Wo stehen wir?“

Eindrücke zum Auftakt ‚Dialogprozess in der deutschen Kirche‘
Helga Eckmann

Die Bischofskonferenz am 8./9. Juli 2011 in Mannheim hatte 300 Christen und Christinnen aus verschiedenen Bereichen des kirchlichen Lebens eingeladen: Priester, Haupt- und Ehrenamtliche, Vertreter von Verbänden usw.

Im Vorfeld gab es viele Fragen:  Was erwartet uns? Werden wir ‚Ehrenamtliche‘ überhaupt zu Wort kommen? Und nachher: Sind die brennenden Fragen zur Sprache gekommen? Wie geht es weiter?

Miteinander im Zug nach Mannheim

Wir Münsteraner sind gemeinsam mit dem Zug nach Mannheim gefahren und haben unterwegs schon einige Gruppen aus den Nachbar-Bistümern getroffen. Eine Bekannte aus früheren Skiurlauben kam aus dem Bistum Paderborn und ein Kollege aus Marl vertrat das Bistum Essen. So erfuhr ich schon vor der Veranstaltung, dass Glaube verbindet. Und meine Befürchtung, nur mit ‚Fachleuten‘ zu diskutieren, nahm ab.

Im Kongresszentrum

Gespannt gingen wir ins Kongresszentrum. Niemand kannte den Ablauf dieser Auftaktveranstaltung.
Beeindruckt hat mich das Treffen, weil die ganze Zeit alle 300 Menschen gemeinsam in einem Raum in überschaubaren Achterkreisen miteinander ins Gespräch gekommen sind und einander zugehört haben.

Die Zusammensetzung der Kreise wurde durch das Los bestimmt und in jedem Kreis saß höchstens ein Bischof. Es gab kein ‚Oben‘ und ‚Unten‘, keine Spezialisten und Laien, keine Geheimnisse.

In Gruppen Antworten erarbeiten

Unter der Leitung von zwei Moderatorinnen setzten sich die Achterkreise schrittweise mit Fragen auseinander. Für die Beschäftigung mit jeder Frage hatten die Gruppen jeweils zwanzig Minuten Zeit. Es wurden Stichpunkte notiert, Ergebnisse gebündelt und im Plenum ausgetauscht.

Die Fragen lauteten:

1.    Was sind meine Hoffnungen und Befürchtungen für diese Auftaktveranstaltung?

2.    Woraus leben wir? Was sind die Quellen, aus denen ich für mein Leben Kraft schöpfen kann?

3.    Unsere Stärken und Schwächen als Kirche. Worauf sind wir stolz und was bedauern wir in dem Bereich, in dem wir tätig sind?

4.    Unsere Zukunftsbilder von unserer Kirche

a.    Es ist 2015 - das Jubiläumsjahr des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils. Unsere Kirche hat große Ausstrahlungskraft. Was zeichnet sie jetzt aus?

b.    Formulieren Sie drei kennzeichnende Sätze einer Kirche im Jahr 2015, die eine große Strahlkraft haben.

Alle waren bei allen Fragen aufgefordert, sich persönlich und konkret mit ihnen zu beschäftigen, was nicht immer leicht war. Besonders die letzte Frage setzte nicht an den Defiziten an, sondern forderte Visionen zu entwickeln.

Auf Augenhöhe

Ich habe erlebt auf Augenhöhe miteinander zu reden, einander zu respektieren und unterschiedliche Meinungen zu zu lassen.

Allerdings waren auch nur die Bischöfe vertreten, die dem Dialogprozess positiv gegenüber stehen. In einigen Bistümern hatte der Bischof seine Teilnehmer bestimmt. In Münster wählte das Diözesankomitee der Katholiken die Teilnehmer aus.

Wie geht es weiter?

Weil es mit dieser Veranstaltung gelungen ist, neu miteinander in den Dialog zu kommen, ist eine gute Basis gelegt worden, die ,heißen Eisen‘, die schwierigen und drängenden Fragen anzugehen. Meiner Meinung nach wird aber entscheidend sein, dass es darauf aufbauend zu konkret erfahrbaren und sichtbaren Veränderungen in der Kirche kommt.

Außerdem ist es wichtig, dass vielfältige Dialoge beginnen - auch im Bistum Münster. Ich bin sehr gespannt, wie dieser begonnene Dialogprozess weitergeht.