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Auf den Spuren des hl. FranziskusPilgerreise auf den Spuren des Franz von Assisi

Fr, 22.11.13 - Alle sind herzlich eingeladen zur Bildershow
Alle interessierten Gemeindemitglieder treffen sich mit den Assisi-Wallfahrerinnen und -Wallfahrern zum Rückblick auf diese wunderschöne Reise am Freitag, 22.11.13 um 19 Uhr im Haus Katharina.

Der Kopf wird frei 
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2011 - Es scheint, als ob der Mensch bei der Erfahrung des Pilgerns eine starke Veränderung erlebt und er von einer äußeren Bewegung (das Pilgern) zu einer inneren Bewegung gelangt.“

Zu diesem Schluss kommt die österreichische Psychologiestudentin Sarah Pali in ihrer Díplomarbeit über Sinn und Bedeutung des Pilgerns.
Von Maria Niermann

27.11.2011 - „Durch die Bewegung – das Wandern – kommen die Gedanken in Fluss“. Das sagt Bernadette Buxkämper beim Gespräch über die Pilgerreise der Vitus-Gemeinde nach Florenz, Gubbio und Assisi.

Eine erstaunliche Übereinstimmung

Dass es insbesondere bei den Wanderungen unter den Reise-Teilnehmern zu intensiven Gesprächen, zum vertrauten Austausch kommt, bestätigen auch andere Reiseteilnehmer. Bei den täglichen Gottesdiensten können sich die Pilger mit ganz persönlichen Gebeten und Fürbitten einbringen. Oder umgekehrt werden Gedanken aus den Gottesdiensten mit in die Gespräche der nächsten Tage genommen. „Es entsteht eine große Vertrautheit in der Gruppe. Diese vertrauten Gespräche bleiben natürlich innerhalb der Gemeinschaft und werden nicht nach außen getragen.“ Das sagt Christoph Reinkober. Es war bereits die vierte Pilgerreise, die er organisierte.

„Es ist einfach so: Jeder hat doch sein Päckchen zu tragen, sei es eine Krankheit, der Beruf, die Familie“, so Bernadette Buxkämper. „Und in diesen zehn Tagen kehrt eine innere Ruhe ein. Jeder hat die Gelegenheit sich schweigend, in Ruhe, Gedanken zu machen, oder sich mit anderen auszutauschen“. Noch nie sei sie so erholt aus einem Urlaub zurückgekehrt, sagt sie. „Der Kopf wird frei“.

Christoph Reinkober hat die Erfahrung gemacht, dass Freunde, Bekannte, Kollegen, die von der Pilgerreise erfahren, manchmal irritiert reagieren, auch schon einmal den Kopf darüber schütteln. Dann aber – später – darum bitten, doch auch sie am Pilgerort in die Gebete einzuschließen. „Und das ist kein Einzelfall. Es kommen im Vorfeld immer wieder Menschen auf uns zu und sagen: Du, wenn Du dann auf dem Pilgerweg bist, dann denke doch bitte auch an mich. Vergiss mich nicht.“

Zwischen den Pilgern und der Gemeinde zu Hause bestehe gerade dadurch eine enge Verbindung. „Wir wissen auch, dass Gemeindemitglieder unsere Reise täglich genau verfolgen, auf Landkarten, um uns ein wenig näher zu sein,“ so Christoph Reinkober. Äußeres Zeichen dieser Verbindung sei die Pilgerkerze, die während der Reise im Altarraum der Vitus-Kirche brannte.

Während der diesjährigen Pilgereise war es ganz offensichtlich der heilige Franziskus von Assisi, dessen Leben die Teilnehmer extrem beeindruckt hat.

Jeder, wirklich jeder, der über diese Reise berichtet, spricht voller Bewunderung von diesem kleinen, schmächtigen, in absoluter Armut lebenden Mann. Viele äußern Bewunderung und reflektieren das eigene Leben nach. „Es ist so unglaublich. Franziskus lebte im 13. Jahrhundert und hat es geschafft fünftausend Menschen um sich zu scharen,“ bericht Albert Holz. „Dieser kleine Mensch muss eine ungeheure Ausstrahlung gehabt haben“.

Franziskus war der Sohn wohlhabender Eltern und hat im Alter von etwa 23 Jahren dem Besitztum abgeschworen und unter ärmlichen Bedingungen gelebt. „In die Felsenhöhle, in der Franziskus lebte, konnten wir allein aufgrund unserer Körpergröße kaum hineingelangen,“ erzählt Ernst Buxkämper. Neben der Armut predigte Franziskus auch das Leben im Einklang mit der Natur. „Im Grunde genommen war er ein ‚Grüner’“, meint Bernadette Buxkämper.

Geprägt durch diese Eindrücke setzen die Pilger große Hoffnungen in das Pontifikat von Papst Franziskus. Sie hoffen, dass er mehr Bescheidenheit einfordert und Solidarität mit Menschen und Ländern, die von der Hilfe wohlhabender Länder abhängig sind.

Weniger bescheiden als in Assisi ging es in Florenz zu. Hier hatte die Reise der Olfener Pilger begonnen. „Dieser Prunk, dieser Glanz, diese Pracht – unvorstellbar“, so Margret Reinkober. Die reiche italienische Familie Medici hat ihre Möglichkeiten genutzt und Florenz zu einer prachtvollen Stadt gemacht. Auch das fand die Bewunderung der Olfener.

Nun soll aber nicht der Eindruck entstehen, dass Pilgern für die 27 Teilnehmer nur aus ernsten Gesprächen und Gottesdiensten besteht. „Es wird viel gelacht, wir haben eine Menge Spaß, und an den Abenden steht ein guter italienischer Rotwein auf dem Tisch.“

Von Florenz über Gubbio nach Assisi

Ende April hatten sich 27 Pilger auf den Weg nach Italien gemacht. Die meisten waren Olfener, vier Pilger aus Lüdinghausen und Telgte komplettierten die Gruppe. Der Veranstalter gab der Reise den Namen: „Wandern zwischen den Welten – Von den reichen Medici in Florenz zum Poverello in Assisi.“ Poverello steht für „der kleine Arme“.

Die Planung und Reiseleitung hatte Christoph Reinkober übernommen, er erarbeitete mit der Diözesanpilgerstelle „EmmausReisen“ aus Münster das Programm. Elf Tage sollte die Gruppe unterwegs sein. Die geistliche Begleitung wurde von Pastor Bernd de Baey übernommen.

Dieser zeichnete sich während der Fahrt aber nicht nur als geistlicher Begleiter aus sondern auch als Kenner von Geschichte, Baustilen und Architektur. Durch ihn und die örtlichen Reiseführer erfuhren die Pilger vieles über die besuchten Städte und Orte.

Mit dem Flugzeug ging es von Düsseldorf nach Florenz, wo die Gruppe die ersten Tage verbrachte. Stadtbesichtigungen mit Besuchen von Kapellen, Kirchen und Dom standen hier auf dem Programm.

Von Florenz aus ging es dann nach Gubbio, wo sich die Gruppe vier Tage lang aufhielt. Die Stadt Gubbio soll Franziskus der Legende nach von einem Wolf befreit haben. Auch hier beeindruckten der Dom, die Basilika und die vielen historischen Gebäude schon alleine deshalb, weil Gubbio am Hang liegt und es sich nur erahnen lässt, wie schwierig der Bau dieser Gebäude war.

Während der Tage in Gubbio ging es für die Gruppe dann auch ans Wandern. Eine sieben Kilometer, eine elf Kilometer und eine 27 Kilometer lange Wanderung unternahmen die Pilger. Insbesondere die 27 Kilometer-Tour brachte die Gruppe an ihre Grenzen. Zum einen war sie einige Kilometer länger als geplant, zum anderen waren die Höhenmeter der Reiseleitung nicht mitgeteilt worden. Das Trinkwasser wurde knapp, die Gruppe teilte es untereinander und musste an den ersten Häusern anschellen und um Wasser bitten.

Von Gubbio aus ging es dann nach Assisi. Hier sahen die Teilnehmer die Stadt des heiligen Franziskus. Sie sahen die Sterbekappelle die Einsiedelei des Franziskus und das Kloster der heiligen Klara.

Auch hier gab es nochmals eine 7 Kilometer-, zwei Tage später eine 14 Kilometer-Wanderung. Von Assisi aus ging es dann wiederum nach Florenz, über Wien nach Düsseldorf.

Täglich wurden Messen und Gottesdienste gefeiert.


 

Interview mit Christoph Reinkober, Organisator und Reiseleiter

Maria Niermann: Welche Menschen sind es, die sich für eine Pilgerreise entscheiden?

Christoph Reinkober: Jeder kann mitfahren, da gibt’s keine Vorschriften. Aber ich denke, dass ein Pilger schon einen Bezug zum Glauben haben sollte, er sollte sich in einer Gemeinschaft wohlfühlen und sich für das Ziel interessieren. Der Pilger sollte sich „einlassen“ auf das, was während der Reise geschieht.

Und – wie hat das in Italien mit dieser Gruppe funktioniert?

Sehr gut. Wir hatten Teilnehmer, die beim Blick ins Programm meinten: ‚So viel Kirchen-Besichtigungen und so viel Gottesdienste – da werde ich besser mal einen Cappuccino trinken.’ Und was ist passiert? Alles wurde mitgemacht, mit Freude und Interesse. Die anfängliche Skepsis war schnell verflogen. Es ist die Atmosphäre, die sich innerhalb der Gemeinschaft aufbaut. Insgesamt war die Gruppe sehr harmonisch und homogen. Es herrschte gegenseitiger Respekt.

Und – wohin geht die nächste Pilgerfahrt?

Ja, ich hab’ da schon etwas im Auge. Ich denke mal, es geht in zwei Jahren wieder los. Wohin? Ich sag rechtzeitig Bescheid.

 

Fotoreihe von Christoph Reinkober

auf dem Weg von Cassamorcia Querung eines Bachlaufes bei Gubbio Blick über den Arno in FlorenzPonte Vecchio Führung vor den Ufficien Pilger in Florenz Stadtführung in Florenz am Dom Blick vom Gardino Bardini auf Florenz mit Dom Pfarrer Bernd de Baey beim Gottesdienst Stadtführung Florenz Wandgemälde im Chorraum Über den Dächern von Florenz Auf dem Weg zur Einsiedelei Laverna Gang durch Gubbio Franziskus und der Wolf Pilger auf dem Weg Christoph Reinkober und ein Franziskanerpater Pilger auf dem Weg Von Gubbio nach Valdichiascio Pause am Weg Natur in ihrer Pracht Olfener Pilger in Österreichischer Begleitung Unterwegs mit dem Olfener Pilgerkreuz ' ... mmmh, ist das lecker!' San Francesco in Assisi  Hl. Messe in Sante Stefano Unterwegs in Assisi Stadtführung in Assisi  Deckengemälde in San Francesco Wandgemälde in San Francesco Gespräch mit einem Franziskanerpater Erprobung der Pinocchios für die Enkelkinder Über den Dächern von Assisi Gottesdienst in einer Kapelle der Carceri (Einsiedelei des Franziskus) Abstieg nach Assisi Franziskanerin erläutert das Leben der hl. Klara vor San Damiono (Klara-Kloster) Rückflug über Wien nach Düsseldorf Pfarrer Bernd de Baey dirigiert wieder einmal einen Kanon in St. Vitus Gebetszettel aus San Francesco Gebetszettel aus San Francesco


 

Die Olfener Pilgergruppe in Gubbio – im Hintergrund der Palazzo dei Consoli 27.04.13 - Gubbio
„Uns geht’s gut!“ Diese Nachricht meldete Reiseleiter Christoph Reinkober am vergangenen Samstag aus dem italienischen Gubbio. Vier Tage zuvor hatte sich die 27-köpfige Pilgergruppe aus Olfen auf den Weg zur nach Italien gemacht. Auf dem Franziskusweg von Florenz nach Assisi sind sie nun unter der Leitung von Pastor de Baey und Christoph Reinkober unterwegs.

Dabei geht es ihnen in erster Linie um das kennen lernen des heiligen Franz von Assisi, der in Armut und Bescheidenheit lebte. Nicht zuletzt die Namensgebung des neu gewählten Papstes hat Franz von Assisi nochmals ins Gedächtnis der Menschen zurück gerufen. Somit ist das Ziel der Olfener Pilgerreise aktueller den je. „Der Besuch der schwer zugänglichen Felsengrotte, in der Franziskus lebte, war für uns sehr bewegend“, berichtet Christoph Reinkober. Nichts sei dort touristisch aufgearbeitet. „Das Felsenbett des Ordengründers war absolut authentisch.“ An den Tagen zuvor hatte die Gruppe die an Kunstwerken so reiche Stadt Florenz gesehen. Gegensätzlicher konnten die Eindrücke der ersten Tage nicht sein. Somit dürfen die Olfener gespannt sein auf die Berichte der Reisenden nach ihrer Rückkehr.


 

Florenz24.04.13 - Florenz
Die Pilger sind alle gut und heile angekommen. Bei tollem Wetter genießen sie auf der Ponte Vecchio (der alten Brücke) eine Führung durch die Stadt, den Dom und das Baptisterium.
Grüße an die Gemeinde von der Pilgergruppe.
Christoph Reinkober

 


 

Gruppenfoto vor der Pfarrkirche St. Vitus vor der Abfahrt23. - 27.04.13 - Pilger- und Kulturreise von Florenz nach Assisi
Wandern zwischen den Welten
Nach einem Morgenimpuls in der Pfarrkirche geht es mit dem Bus zum Flughaufen Düsseldorf
Mit dem Flugzeug geht es nach Florenz. An 4 Tagen wird auf ausgewählten Routen zu Fuß den Franziskuspilgerweg beschritten.

 


 

Informationsabend

Jürgen Greiwe von der Diözesanpilgerstelle/Emmaus-Reisen stellte nähere Einzelheiten dieser Wallfahrt vor.
Max. 30 Personen können an dieser Fahrt teilnehmen.

Da längere Wege zu Fuß zurück gelegt werden, ist eine gute Kondition erforderlich.
Täglich wird die Gruppe einen Gottesdienst feiern und auch auf dem Pilgerweg betend und singend unterwegs sein.

 


 

Pastor Bernd de Baey und Christoph Reinkober planen in Zusammenarbeit mit EMMAUS – Reisen für Mai / Juni 2013 eine Pilger- und Kulturreise von Florenz bis Assisi.

Der Weg führt bis nach AssisiGrößer könnte der Kontrast kaum sein: Florenz - die reiche Stadt der Medici! Die Toskanische Metropole ist ein Sehnsuchtsort für Kunstfreunde, Genießer und Weinkenner. Für drei Tage tauchen wir ein in die Stadt am Arno und lernen das Lebensgefühl der Florentiner kennen, staunen über die Bau- und Kunstwerke der berühmtesten Künstler ihrer Zeit wie Donatello, Botticelli; später Michelangelo, Machiavelli, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei lebten und arbeiteten hier, finanziert durch die reiche Kaufmannsfamilie der Medici….. Prunk und Macht der Renaissance ist hier allgegenwärtig.

Im Gegensatz die heimliche Hauptstadt Umbriens - Assisi. Sicher, die imposante Lage auf dem Rücken des Monte Subasio, die mittelalterliche Struktur der Stadt mit ihren Kirchen sowie ihrer Befestigungsanlage beeindrucken jeden Besucher. Und natürlich insbesondere auch die herrlichen Fresken, die man nicht nur in der Grabeskirche des hl. Franziskus findet. Aber in Assisi weht ein anderer Geist als in Florenz durch die Gassen. Man spürt es sofort: Wir sind hier im Geburts- und Sterbeort des heiligen Franziskus, des Poverello, wie er von seinen Zeitgenossen genannt wurde. Ihm bedeutete der Reichtum nichts…. Vielleicht können wir in den drei Tagen unseres Aufenthalts in der Stadt diesen Geist erspüren.

Franziskusweg

Ein Wanderweg, der sogenannte Franziskusweg, verbindet beide Orte. Eigentlich führt er von Florenz über Assisi nach Rom und ist über 490 km lang. Die Strecke folgt weitgehend den Höhenzügen des Apennin und führt, wo immer möglich, über einsame Pfade und Wege, die Franziskus vor beinahe 800 Jahren wahrscheinlich benutzt hat. Und vorbei an Plätzen, von denen sicher ist, dass der heilige Fußgänger dort verweilt hat.

Der Franziskusweg beginnt in Florenz an der Kirche Santa Croce, der Kirche der Franziskaner in Florenz. Hinter einer Glasscheibe kann man die braune Kutte bewundern, die der Heilige getragen haben soll.

Fünf ausgesuchte Etappen des Weges von Florenz nach Assisi wollen wir zu Fuß zurücklegen. An ausgesuchten  Orten werden wir die Heilige Messe gemeinsam feiern, den Weg auch streckenweise betend und singend gehen. Dabei werden wir es sicher bequemer haben als der hl. Franziskus, denn ein Bus wird uns begleiten und das Gepäck aufnehmen. Aber einige Schweißtropfen werden uns sicher nicht erspart bleiben, sind auf unserem Weg doch einige Höhenmeter zu überwinden. Dafür erwarten uns meist unberührte Natur und abwechslungsreiche Kulturlandschaft, kleine verträumte Örtchen etc. auf dem Höhenzug des Apennin.

Freuen Sie sich auf diese interessante und abwechslungsreiche Reise und tragen Sie sich den Termin schon in Ihren Kalender ein. Der Sonderprospekt mit dem Anmeldeschein wird im Sommer 2012 vorliegen.

Christoph Reinkober