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Nun erstrahlt das 250 Jahre alte Gewand wieder in seiner ganzen Pracht, dank Textilrestauratorin Sabine Heitmeyer-Löns aus Havixbeck.

Klosterbesitz?

Textilrestauratorin Sabine Heitmeyer-Löns aus Havixbeck und Pfarrer BErnd de Baey präsentieren das Messgesand. Foto PflipsDas Messgewand ist eine Arbeit aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist ein Ostermessgewand aus Seide mit aufwendigen Stickereien. „Es kommt wahrscheinlich nicht aus Olfen, sondern aus einem reichen Klosterbesitz", mutmaßte Pfarrer Bernd de Baey. Ausführlich erklärten der Pfarrer und die Restauratorin die Motive. „Hier wird Kreuzigung und Auferstehung miteinander verbunden", so de Baey. Auf der Vorderseite sind der Hahn, die 30 Silberlinge, Dornenkrone, Schilfrohr und verlöschende Flamme zu erkennen. Die Ornamente in Blütenform sind in Rot eingebracht als Sinnbild für das Leidensblut, das zur Herrlichkeit der Auferstehung führt.

Aus dem geschichtlichen Hintergrund ergibt sich die Rückseite als eigentliche Schauseite. Das geöffnete
Herz Jesu mit der Wunde auf einem Strahlenkranz. Sie sind das Symbol für die Sonne, die gleichzeitig für
Jesus Christus steht. Der Anker ist das Zeichen des Glaubens. Gleichzeitig sind hier die Geißelwerkzeuge wie Speer, Hammer, Nägel und Rute und die Würfel erkennbar. Woher genau das Messgewand kommt, ist nicht eindeutig zu orten: „Das Gewand ist eine hochprofessionelle Arbeit, wie sie in Frankreich vorkommt. Aber wegen der Schnittführung nicht französisch", sagte die Restauratorin. Das Material ist reine Seide und die Blüten sind aus Chenillegarn.

Stopfstellen

Einige Stellen an dem Gewand wurden schon einmal erneuert. Diese ließ Heitmeyer-Löns wegen der guten Ausführung auch so stehen. Andere Stopfstellen wurden entfernt und restauriert. Die Restaurierung wurde durch eine Spende des Teams der Seniorenbetreuung im St. Vitus-Stift, durch Einzelspenden und einer Kostenübernahme von Vierfünftel der Summe durch das Bistum Münster möglich gemacht.

Antje Pflips