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Foto: Ruhr Nachrichten2012 - Gruppe für pflegende Angehörige
Ruhr Nachrichten vom 06.01.12
Hilfe auch bei bürokratischen Hürden

Wenn ein Elternteil oder der langjährige Partner nicht mehr alleine zurechtkommen, müssen Verwandte helfen. Die Hürden der Bürokratie sind dabei nur ein Teil der neuen Probleme. Eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige will Hilfe geben.
Von Christina Hahn

„Es war mir wichtig, dass die Gruppe nicht an eine Krankheit wie Demenz oder Parkinson gebunden ist. Menschen ändern sich, werden gesund und erkranken wieder an etwas anderem“, sagt Kornelia Kruse.

Austausch gesucht

Sie hat 2006 die Selbsthilfegruppe gegründet. Sie selbst hat ihre Mutter gepflegt und gemerkt, wie sehr sich nah stehende Menschen verändern können. „Es ist schon merkwürdig, wenn sich das Verhältnis von Mutter und Kind umdreht. Wenn das Kind plötzlich erwachsen ist und die Mutter sich zurück zu einem Kind entwickelt.“, sagt Kruse.Deshalb hat sie einen Austausch mit anderen Betroffenen gesucht. Als Kornelia Kruse nicht fündig wurde, beschloss sie, selbst aktiv zu werden. Fünf Jahre später zählt die Selbsthilfegruppe etwa 20 Mitglieder, die sich alle drei Wochen treffen.

„Uns geht es darum, eine Anlaufstelle zu sein. Wir verurteilen keinen, der ein Mal auftaucht und nur Hilfe bei irgendwelchen Formularen sucht“, sagt Kruse.Ihrer Erfahrung nach sei die bürokratische Hürde bei der Pflege von Angehörigen enorm hoch. Innerhalb kürzester Zeit müsse man wissen, welche Ansprüche der Pflegefall hat und an welcher Stelle die Krankenkassen helfen.

"Offenes Ohr"

Deshalb bietet die Selbsthilfegruppe nicht nur Tipps zur Bewältigung von Anträgen und Nachweisen, sondern auch ein offenes Ohr. „Es tut gut, zu hören, dass jemand das gleiche durchmacht. Man fühlt sich schlagartig nicht mehr so alleine“, sagt Mitglied Sabine Roark.

Sie ist im Gemeindeausschuss Caritas und kann so zwischen der Gruppe und der Caritas vermitteln. Die Selbsthilfegruppe tagt im Vitusstift und veranstaltet Pflege-Schulungen im Haus Rena. Ebenso besteht ein enger Kontakt zur Pflegeberatung des Kreises Coesfeld. „Wir haben mittlerweile ein gutes Netzwerk, das uns hilft, wenn wir nicht weiter wissen“, sagt Kornelia Kruse.

Treffen

Die Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige trifft sich alle drei Wochen im Vitusstift.
Weitere Informationen erteilen Kornelia Kruse unter Tel. 972222 und Sabine Roark unter Tel. 972396.

 

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