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Interview mit Klaus Nacke
Nov. 2009 - Gemeinsam Unterwegs 2008

Klaus Nacke, Mitglied des KirchenvorstandesHerr Nacke, Sie sind gewähltes Kirchenvorstandsmitglied und haben sich intensiv mit der Planung eines neuen Pfarrzentrums befasst. Welche Vorteile sehen Sie in einem Neubau?

Klaus Nacke: Den wichtigsten Vorteil sehe ich in der Nähe zur Pfarrkirche St. Vitus, zum Pfarrhaus und der Bücherei St. Vitus. Dadurch sind all diese Gemeinderäume auf direktem Weg fußläufig erreichbar und bilden ein neues Zentrum für die Gemeinde.

An zweiter Stelle sehe ich die guten Nutzungsmöglichkeiten z.B. bei der Firmvorbereitung, wo Katechetenunterricht im Pfarrheim und Gottesdienst in der Kirche gut miteinander verbunden werden können.

Wichtig ist aber auch, dass das geplante Pfarrheim behindertengerecht ist. Hinzu kommt, dass der Anteil der nutzbaren Fläche im Vergleich zum Leohaus wesentlich besser ist.

Wie sind Sie bei der Planung vorgegangen?

Klaus Nacke: Kirchenvorstandmitglieder haben mehrere neu gebaute Pfarrzentren besucht. Die neuen Pfarrheime haben in den besuchten Gemeinden die Pfarrgemeinschaft gefördert. Speziell in den Gemeinden, in denen wie bei uns das neue Pfarrzentrum näher an die Kirche gerückt ist, hat dadurch das Gemeindeleben neuen Schwung erhalten.

Es gibt Gemeinde, in denen jetzt die Messdiener nach den Gottesdiensten im Pfarrheim Kaffee vorbereitet, um ihre Kasse aufzubessern. Das wird gut angenommen. So kommen die Gemeindemitglieder auch dann ins Gespräch, wenn die Sonne nicht scheint.

Wie ist das neue Pfarrheim geplant?Grundriss des ausgewählten Entwurfes

Klaus Nacke: Die Entwürfe erfüllen folgende Bedingungen:

  • Nutzfläche ca 450 m²
  • Saalfläche 200 m² für große Veranstaltungen, aufteilbar in unterschiedlich große Räume
  • zwei Gruppenräume, in denen sich Gruppen treffen können
  • Küche mit mehreren Kochstellen zur Bewirtung des Saals und für Koch- und Backabende

Für die Planung wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt ...

Klaus Nacke: Architekt Schopmeyer aus Münster begleitet und unterstützt das Planungsvorhaben. Er erstellte das Pflichtenheft nach den Vorstellungen unserer Gemeinde, forderte die Architekten auf, verglich die Entwürfe und berät das Schiedsgericht.

Das Schiedsgericht bestand zur einen Hälfte aus Mitgliedern der Gemeinde und zur anderen Hälfte aus fachkundigen Architekten. Das Schiedsgericht gab diesem Entwurf den 1. Preis.

Das geplante Pfarrheim ist zum Pfarrhaus, Pfarrgarten und zur Kirche offen. Von der Kirche führt eine Achse direkt zum Pfarrheim.

Das Pfarrheim ist auch von der Seite des Vitus-Parks aus über einen überdachten Zugang erreichbar.

Wie geht es jetzt weiter?

Klaus Nacke: Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand beraten weiter über die Ausführungen, bevor der Architekt seine Pläne verfeinert und detailliert.

Der Architekt ermittelt die Kosten. Danach – das wird im Frühjahr sein – wird die Entscheidung des Bewilligungsausschusses des Bistums erwartet. Danach können die Bautermine festgelegt werden.

Warum wird das Leohaus aufgegeben?

Klaus Nacke: Dafür gibt es viele Gründe:

  • die hohen Unterhaltungskosten des Leohauses nehmen uns finanzielle Spielräume
  • große Flächen für Treppenhaus und Nebenräume können nicht genutzt werden
  • parallel dazu stellt sich das Bistum neu auf, um den stark sinkenden Kirchensteuern entgegen zu wirken

Aus diesen Gründen und durch den Verkaufserlös des Leohauses sieht sich die Pfarrgemeinde St. Vitus in der Lage, ein neues Pfarrheim zu bauen.

Es gab ja die Arbeitsgruppe 'Rettet das Leohaus'. Haben Sie die Argumente ernst genommen?

Klaus Nacke: Diese Arbeitsgruppe hat uns viele Fragen gestellt, die wir alle sehr kritisch geprüft haben. Aber auch diese Arbeitsgruppe konnte keine langjährig tragfähige Lösung für das Leohaus erarbeiten.

Letztlich hat das auch den Kirchenvorstand bestärkt, dass die Entscheidung für einen Neubau der richtige Weg ist.

Wie weit haben Sie mit der Stadt eine Vereinbarung zur Übernahme des Leohauses?

Klaus Nacke: Es zeichnet sich ab, dass die Stadt Olfen das Leohaus übernehmen wird. Wir sind froh, dass das Leohaus damit weiterhin für Olfener Vereine als öffentliches Haus zur Verfügung steht.