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RN-Foto Jennifer RiedigerOrgel in St. Vitus
Verein kämpft für eine renovierte "Königin der Instrumente"
Ruhr Nachrichten vom 02.02.13

 

Über 200.000 Euro haben sie bereits gesammelt: Durch zwei Kochbücher, Krippen-Cafés, eine Lotterie, dem Buchmarkt und viele weitere Aktionen. Die Mitglieder des Vereins Pro Organo wollen, dass die Orgel in St. Vitus umgebaut und restauriert wird.
Von Jennifer Riediger

Für das ehrgeizige Vorhaben braucht es viel Geld. Aber was muss an der Orgel repariert werden, wofür wird das Geld gebraucht?

27 Stufen über der Gemeinde thront die aus Eichenholz gefertigte Orgel. 1883 fand sie zunächst rechts im Kirchenschiff oberhalb der Josefskapelle ihren Platz bevor sie 1927 auf die neu errichtete Orgelbühne umzog. Dafür wurde sie auseinander gebaut. „Damit dem Geistlichen nicht der Blick auf das Fenster verwehrt bliebe“, erklärt Heiner Dieckmann, erster Vorsitzender des Vereins Pro Organo. Denn zu diesem Zeitpunkt war das Fenster noch prachtvoll. Das änderte sich erst in den 70er-Jahren, als das Fenster ausgetauscht wurde.

Verformt und veraltet

Schon beim Umzug der Orgel ging, wie Thomas Hessel weiß, einiges schief. So zwängte man einige Orgelpfeifen in zu kleine Löcher, andere wiederum sind für die vorgesehenen Löcher viel zu groß. „Man wollte alle Pfeifen wiederverwenden, weil das Geld wohl knapp war“, vermutet der Organist. Die Folgen sind heute deutlich sichtbar: Manche Pfeifen sind eingeknickt, manche an den zu engen Stellen verformt. Das passierte auch, weil diese Missstände 1975, als die Orgel restauriert wurde, nicht behoben wurden, erklärt Dieckmann. Ähnlich sieht es im Nebenwerk aus. Das Krummhorn ist noch ganz gut in Schuss, aber manche Pfeifen müssen dringend ausgetauscht werden: Sie wurden teilwiese eingeschnitten, teilwiese verlängert. "Das macht man, um einen tieferen Ton zu erzeugen", erklärt Hessel. Der Organist weiß auch um weitere Schwachstellen. So liegt die zweite Pfeife auf der rechten Seite im Hauptwerk bereits über einer anderen. Grund ist Matrerialermüdung.

Die Technik ist ebenfalls stark veraltet, Register funktionieren nicht mehr richtig, Tasten sind nicht mehr besetzt. „So fehlt die Klangschönheit, die Töne sind verschwommen“, urteilt Helmut Frye, zweiter Vorsitzender von Pro Organo.
 
Mit der Renovierung sollen auch die beiden Teile der Orgel wieder zusammengefügt werden, so wie es vor dem Umzug 1927 war. Der Spieltisch wird dann nach vorne gelegt, so dass Organist Hessel vor den Sängern dirigieren kann.  „Wir haben schon alle ein schiefes Gesicht, weil wir uns im Moment immer so halb zu ihm umdrehen müssen“, sagt Dieckmann, der im Chor singt.

Zeitpunkt ungewiss
 
Wie lange sich die Sänger den Hals noch verdrehen müssen, steht noch nicht fest. Bistum und Kirchenvorstand besprechen gerade die Renovierung der Kirche, in deren Zuge auch die Orgel restauriert werden soll. „Das kann relativ schnell gehen oder auch noch einige Jahre dauern“, so Dieckmann.

Der Verein wird weiter viel Herzblut und Engagement in ihr Projekt stecken, die vielen Spenden ermutigen ihn. „Wir gehen jetzt in den Endspurt, so dass wir bald wieder die Königin der Instrumente wohlklingend hören werden“, sagt Frye.
 
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Verein Pro Organo hat die 200.000 Euro-Marke überschritten

Die Schallgrenze ist durchbrochen. Mehr als 200.000 Euro kann der Verein Pro Organo seit einigen Tagen auf seinem Konto verbuchen. Eine gute Nachricht für den Verein – eine gute Nachricht für die Vitus-Gemeinde.

Es war die Spende der musikalischen Vereine von Sankt Vitus, die diesen Schritt möglich machte. 797,88 Euro hatten die Besucher des Weihnachtskonzertes der Vitus-Gemeinde am 30. Dezember in die Klingelbeutel gespendet. Eintrittsgelder waren nicht erhoben worden. Am Montag übergaben Vertreter der Vereine das Geld per Scheck an den Verein Pro Organo.

„Wir hoffen, dass dieses finanzielle Polster den Kirchenvorstand nun in die Lage versetzt, einen Zeitplan für die Restaurierung der Orgel zu erstellen“, so Heiner Dieckmann vom Verein Pro Organo. „Die musikalischen Vereine werden dann in Zukunft von einer perfekt klingenden Orgel profitieren“, meinte der Vorsitzende.

Die Gewinne der Orgellotterie können bis Ende Januar 2013 im Pfarrbüro abgeholt werden.

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