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Jahr der BarmherzigkeitSo, 13.03.2016 - Gemeinschaftliche Feier der Versöhnung 
mit Bekenntnis und Lossprechung der Einzelnen

Das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“ ist für uns in St. Vitus der Anlass, über eine – für uns – neue Form der Feier der Versöhnung nicht nur nachzudenken, sondern sie auch anzubieten.

Die Erfahrung zeigt, dass die Menschen heute nicht nur seltener die sakramentale Beichte empfangen, sondern dass diese Möglichkeit auch von deutlich weniger Menschen genutzt wird als vor Jahren. Gemeinsame Bußandachten werden dagegen von einer nennenswerten Zahl von Gemeindemitgliedern sowohl vor Weihnachten wie vor Ostern mitgefeiert. Allerdings stieß die Einladung zum anschließenden Empfang des Sakramentes auf wenig bis gar keinen Zuspruch.

Das dürfte insgesamt unter anderem damit zusammenhängen, dass die Einzelbeichte Voraussetzungen hat, die manche Unsicherheit im Umgang mit diesem Sakrament verständlich macht.

Einzelbeichte
Der „normale“ Ablauf der Einzelbeichte:

  1. Bekenntnis des Beichtenden,
  2. Zuspruch durch den Priester,
  3. Festlegung eines Bußwerkes und
  4. sakramentale Lossprechung

erfordert mehr als bei allen anderen Gottesdienstformen eine religiöse Sprachfähigkeit, die manchen Christen, manche Christin überfordert.

Anders als bei der Messfeier, bei Andachten und Prozessionen muss der Einzelne sehr eigenständig handeln, muss alleine in der Beichte „ich“ sagen und über eigenes Handeln Rechenschaft abgeben, das eigene Leben in Worte fassen.

Umkehr und Neuanfang
Sakramentale Lossprechung und Sündenbekenntnis sind aber von der Sache her keine isolierten Akte, sondern zentrale Elemente in einem größeren Prozess der Umkehr und des Neuanfangs. Der biblische Ruf zu Buße und Umkehr meint nicht nur und nicht einmal in erster Linie die Abkehr vom Bösen, sondern wesentlich auch die Hinwendung zu dem, was Leben eröffnet: zum Evangelium, zu Christus, zu Gott.

Wo diese positive Grundausrichtung das Bußgeschehen prägt, fixieren Umkehr und Buße nicht auf Sünde und Versagen, sondern ermöglichen den Weg in die Zukunft Gottes, der uns seine Barmherzigkeit schenken will.

Gemeinschaftlichen Feier der Versöhnung
Diese beiden zentralen Elemente sind in der „Gemeinschaftlichen Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der Einzelnen“ eingebunden in eine gottesdienstliche Feier, wie sie von der Bußandacht her bekannt ist. Nach Gesang, Begrüßung und Gebet folgen eine Schriftlesung aus der Bibel, die Predigt, eine gemeinsame Gewissenserforschung und das gemeinsam gebetete „Allgemeine Schuldbekenntnis“.

An dieser Stelle nun weicht die „Gemeinschaftliche Feier der Versöhnung“ von der Bußandacht ab. Denn nun werden diejenigen, die die sakramentale Lossprechung empfangen möchte, eingeladen, zum Priester hinzuzutreten und nach dem Bekenntnis „Ich habe gesündigt!“ einzeln die Lossprechung zu empfangen.
Dieser Vorgang wird für alle etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit wird Musik erklingen, so dass auch die Atmosphäre des Kirchenraumes zum Gelingen dieser für Olfen neuen Art der Beichte beitragen wird.
Wenn alle, die es möchten, durch Handauflegung die Lossprechung empfangen haben, schließt der Gottesdienst – wie von der Bußandacht bekannt – mit einem Lobpreis der Barmherzigkeit Gottes, einem abschließenden Dankgebet, dem Segen und einem Schlusslied.

Herzliche Einladung an alle, sich am 13. März 2016 um 19:00 Uhr in der Vitus-Kirche gemeinsam auf den Weg zu machen und die Barmherzigkeit Gottes persönlich zugesagt zu bekommen.

Pfr. Bernhard Lütkemöller