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restaurierte Kapelle aus dem Jahre 1903

Kapelle Lüdinghauser Str.
Lüdinghauser Str. 31, 59399 Olfen

1903 erstellt
2005 restauriert
2013 Kupferdiebe


 

 

 

 

Kapelle Lüdingahsuer Str. 20041903 - Erstellung der Kapelle
Pfarrchronik - Pfr. Dirking (S.33 Nr. 14)

1903 entstand das 3. neue Kapellchen an der Lüdinghauser Str. links; auch dieses kostete reichlich 1.300 Mark. Auch in ihm ist das steinerne Reliefbild aus dem alten Kapellchen Pieta, Jesu Leichnam auf Marie Schoß von 1706, laut Inschrift daneben, geblieben.

Bei diesem ist folgendes merkwürdig: bis Anfang des 19. Jahrhunderts stand unweit davon, etwa 25 m näher zur Stadt hin, eine Eremitage (eine Einsiedlerhütte), welche auch von einem Einsiedler bewohnt war. Wahrscheinlich diente das alte Kapellchen ihm als stille Betstätte. Ein Johann Bernard Thier, Schneider in der Erimitage, starb am 3.10.1811 an der Ruhr, 66 Jahre alt.

 

Urkunde

Pieta 2004 mit acht Farbschichten, die vorsichtig abgetragen werden müssen'Neues Kapellchen zur schmerzhaften Mutter Gottes an Lüdinghauser Straße, Flur 14 Nr. 642/368'

Seit alten Zeiten stand dort, jedoch 1,50 m weiter von der Chaussee zurück, ein niedriges unwürdiges Fachwerk-Kapellchen. Nebenan, etwa 30 m mehr zur Stadt hin - wo jetzt das Dördelmannsche Wirtshaus - wohnte in alten Zeiten ein Einsiedler auf seiner ,,Eremitage“. Vielleicht hat ein Solcher sich das Kapellchen erbaut.

Im Frühjahr [1903] ward jenes alte Kapellchen niedergelegt, und das neue erbaut. Zeichnung von W. Siebeneck, Mauerung von Mathias Ueding hier. Das einzelne ergeben die Rechnungen.

Kostenpunkt: rund 1200 Mk. Das Geld habe ich gesammelt in freiwilligen Gaben zumeist in Rechede, wobei Familie Schulze Althoff und Ickrodt sich auszeichneten, und von einigen Stadtbürgern auf den zum Kapellchen hinführenden Straßen.

Das Altarbild: Schmerzhafte Mutter, ist das alte, dem niedergelegten Heiligenhäuschen entnommen.

Das Ganze, Bodenfläche u. Kapellchen, ist Eigentum der Pfarrkirche zum heil. Vitus hier.

Möge es auf lange Zeiten der Erbauung der Gläubigen dienen!

Nachtrag: Nach einiger Zeit wurde schon die erste Innen-Reparatur nötig: Der Fußbelag hob sich wellenförmig. Grund: Unter ihm lagerten vom Bau her allerlei Kalkteile. Diese quollen auf und hoben den Belag. Meister Jos. Rummel legte Ende 1906 den Fußboden von neuem.

August Dirking, Pfarrer

Nachtrag 20.12.1907: zweite Innen-Reparatur: Westwand war nicht ganz wasserdicht; ebenso der Anschluß des Schieferdaches an den Giebel in etwa durchlässig. Daher drang Wasser ein nach innen. Westwand zeigte sich 1906 u. 1907 stark fleckig u. faulend; ebenso der Gypsverputz rings um den Eingang; auch die westliche Seite des Gewölbes stark schmutzig u. fleckig. Daher durchgreifende Reparatur im Dezember 1907 durch Stuckateur Oskar Rogatzki aus Münster .

Oskar R. war einer der 3 welcher in der neuen Sakristei das Rabitz-Gewölbe im Dez. 07 gemacht hatten. West- u. Südseite u. Teile der Ostseite neu verputzt mit Deckton? u Teer u Cement; ganz neue Rabitz-Gewölbe. Kosten: 226,47 Mark.

Dirking, Pfarrer

Quelle: aus dem Pfarrarchiv A 212


2005 - Restaurierung

restaurierte Kapelle aus dem Jahre 1903

Pieta aus dem Jahre 1706 (Schmerzensmutter mit ihrem toten Sohn auf ihrem Schoß)Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut. (Aus Psalm 127)

Nachdem die umstehenden und überhängenden Bäume von Mitarbeitern der Stadt Olfen geschlagen waren wurde die Kapelle untersucht und mit Bildern dokumentiert.

Große Schäden wurden - insbesondere an Giebel und Dach - festgestellt.

Nach Besichtigung des Bauzustandes durch Vertreter der Stadt, des Heimatvereins und des Kirchenvorstandes St. Vitus wurden Restaurierungs-Vorschläge an die Denkmalbehörde geschickt und genehmigt.

 

 

Viele Ehrenamtliche halfen bei den unterschiedlichen durchzuführenden Maßnahmen:

  • Das Mauerwerks wurde ausgeschlagen und neu verfugt. Gebrochene Ziegelformsteine sind durch historische Steine ausgetauscht.
  • Das Dach erhielt nun eine Schieferabdeckung.
  • Das eiserne Giebelkreuz ist gegen Rost behandelt und neu gestrichen.
  • Die Jahreszahlen wurden erneuert und erweitert um die Jahreszahl 2005.
  • Das historische Eingangsgitter ist aufgearbeitet, feuerverzinkt, verlorene Zierstücke sind wieder angebracht und mit neuer Farbe versehen.
  • Die Kapelle wurde rundum aufgegraben, die Fundamente sind abgedichtet und mit einem Zementverputz erneuert.
  • Das Vorfeld der Kapelle erhielt eine stilgerechte Pflasterung. Ein umlaufendes Kiesbett und eine immergrüne Bepflanzung umschließen die Kapelle.
  • Die historischen Fliesen des Fußbodens sind entnommen und neu verlegt.
  • Der Innenraum erscheint wieder in einem leuchtenden Weiß und wird bei Dunkelheit beleuchtet.
  • Die vielen Farbschichten der Pieta sind freigelegt. Acht Farbfassungen wurden festgestellt. Die feine Steinarbeit ist wieder zu sehen. Die zarter Farbigkeit des ursprünglichen Anstrichs tritt hervor.

Uns bleibt so ein bedeutendes Glaubenszeugnis unserer Vorväter und -Mütter erhalten und ein besonders schönes kulturelles Denkmal erstrahlt in neuem alten Glanz.

Peter Dördelmann