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RN-Foto PflipsVolles Haus beim Erntedankgottesdienst
Ruhr Nachrichten vom 14.10.13

„Schon lange ist es her, dass so viele Menschen Leben in das alte Gemäuer brachten“, sagte Moritz Graf vom Hagen-Plettenberg am Sonntag über die vielen Olfener im Schloss Sandfort - dort wurde der ökumenische Erntedankgottesdienst gefeiert.

Von Antje Pflips

Die Predigt hielt Pfarrer Thorsten Melchert von der evangelischen Christus-Kirchengemeinde. Sie befasste sich mit der Lesung vom dankbaren Samariter (Lukas 17,11-19).

„Muss man erst krank werden, um die Gesundheit schätzen zu lernen? Muss die Welt erst wieder hungern, um den Wert der Nahrung, auch der krummen Gurken, der verwachsenen Möhren, der angestoßenen Äpfel schätzen zu können? Wollen wir die Gaben in Hülle und Fülle als Selbstverständlichkeit hinnehmen? Ich finde es gut, nach der Ernte ein Dankfest zu feiern.“

Gegen Lebensmittelverschwendung
Zum Erntedankfest habe sich Altpräses Alfred Buß gegen Lebensmittelverschwendung ausgesprochen, so Melchert. Lebensmittel landeten in reichen Ländern tonnenweise im Müll und Früchte blieben auf den Äckern liegen, weil sie nicht der Norm entsprächen oder weil ständig eine große Angebotspalette vorgehalten werden müsse, zitierte er Buß.

Eine Milliarde Menschen seien permanent stark unterernährt, dabei könne die Weltlandwirtschaft heute problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren.

Erbsenzählen für jedes Gute und Schöne
„Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen unserer Überproduktion hier und dem Elend und Tod dort. Wer braucht designte Äpfel, Kartoffeln und Gurken, die eine Art Schönheitscasting durchlaufen haben? Die schrumpeligen Äpfel aus dem eigenen Garten schmecken köstlich, sind ungespritzt und natürlich gewachsen.“

Um Dankbarkeit greifbar zu machen, schlug Melchert vor, Erbsen zu zählen. Für jedes Gute oder Schöne, das erlebt wird, wandert eine Erbse von einer Hosentasche in die andere. „Es gibt so viele Gründe für eine Erbse, werden sie Erbsenzähler“, forderte Melchert die ökumenische Gemeinde auf.

Heimische Landwirtschaft
Bernhard Brüse, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins, appellierte an das Vertrauen der Bürger und die Wertschätzung für die heimische Landwirtschaft. 

 


 

Erntedank in Schloss Sandfort

Am Sonntag, 13. Okt. 13 konnten Gemeindemitglieder bei sonnigem aber kühlem Herbstwetter im Wirtschaftsgebäude von Schloss Sandfort einen ökumenischen Gottesdienst feiern.

Ein herzlicher Dank an die gräfliche Familie vom Hagen zu Plettenberg für ihre Gastfreundschaft und dem Landwirtschaftlichen Ortsverein, den Landfrauen, der Landjugend sowie den Messdienern für ihre vielfältigen Hilfen.

Der große Zuspruch zeigt, wie gern dieser Gottesdienst angenommen wird. Die Kollekte an diesem Wochenende war für die Tafel in Lüdinghausen bestimmt. Es wurden 689,01 € gesammelt. Allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön!

Pfr. Bernd de Baey