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RN-Foto PetersohnWorkshop für Erzieherinnen
Trommelnd Geschichten erzählen
Ruhr Nachrichten vom 06.11.12

OLFEN. Ein Prusten ins Mikro­fon - und es klingt, als würde eine Horde Elefanten durch den Raum laufen. Markus Hoffmeister erzählt die Ge­schichte der Arche Noah, lässt seine Hände über die Trommel zwischen seinen Knien gleiten. Er blickt in die Runde. „Jetzt seid ihr an der Reihe."

RN-Foto PetersohnRN-Foto PetersohnAn zwei Tagen war Markus Hoffmeis­ter im St.-Vitus-Kindergarten zu Gast. Der Theologe und Musiker führte das Team der katholischen Kindertagesein­richtungen in Olfen und Vin­num in die Kunst des Trom­melns ein - ein Projekt, das zwei der Erzieherinnen vorangebracht hatten. „Sie ha­ben schon einmal an der Fort­bildung teilgenommen und waren völlig begeistert", er­zählte Kindergartenleiterin Maria Brüse.

Religiöse Botschaften

In einem großen Stuhlkreis bauten sich die 18 Frauen auf - die Djembe-Trommeln lo­cker zwischen den Ober­schenkeln eingeklemmt. Vor­sichtig tasteten sie sich an die Instrumente heran, gaben sich dann immer unbe­schwerter dem Rhythmus hin. „Trommeln ist auch ein Stück Loslassen: Je mehr man sich konzentriert, desto weniger klappt es", erklärte Markus Hoffmeister. Mal singend, mal trommelnd erzählte er Geschichten - aus der christ­lich-jüdischen Kultur, aber auch aus Afrika und dem Ori­ent. „Jede von ihnen vermit­telt einen Wert oder eine reli­giöse Botschaft." Und die könne im nächsten Schritt auch an die Kinder weiter ge­geben werden.

Verbesserte Konzentration Über das Trommeln könnten sie mit einer besonderen Form der Interreligiosität in Berührung kommen, lernen, was andere Kulturen aus­macht. Darüber hinaus sei der Umgang mit Musik aber auch geeignet, Wahrnehmung und Konzentration zu fördern und das Sprachgefühl zu trainie­ren - zum Beispiel dann, wenn Wörter in Silben zerlegt und in den Raum gerufen würden. „Diese Ansätze wol­len wir für unsere tägliche Ar­beit nutzen", sagte Maria Brü­se. Dass sich der Kindergarten langfristig einen Satz Trom­meln anschaffen werde, sei deshalb bereits beschlossene Sache.

Ganz nebenbei, erklärte Markus Hoffmeister, sorge das Trommeln für Glücksge­fühle - und stärke den Zu­sammenhalt in der Gruppe. Und gerade das sei ein erklär­tes Ziel der Fortbildung, be­tonte Maria Brüse. „Wir woll­ten alle gemeinsam etwas machen."

Anne.Petersohn @ruhrnachrichten.de

Markus Hoffmeister ist Mitglied des Vereins TheoMobil, einer Ini­tiative aus Sendenhorst, die jährlich über 70 religions- und kultur­pädagogische Veranstaltungen für Erzieherinnen, Lehrer, Kateche­ten und Hauptamtliche in Gemeinden anbietet. Mit seiner „Trom­melreise" ist der Theaterpädagoge unter anderem in Grundschulen und Kindergärten zu Gast und bietet Fortbildungen für pädagogi­sche Fachkräfte an.
www.trommelgeschichten.de