St. Vitus Logo

RN-Foto HemkerErzieherinnen des Vitus-Kindergarten erhalten Zertifikate
Ruhr Nachrichten vom 23.03.12

„Language Route" ist ein Projekt zur Sprachförderung für Kinder im Alter zwischen drei und sechs.

Seit Oktober 2011 ließen sich die Erzieherinnen Martina Ahlhelm, Monika Siegel und Sabine Weinert des St. Vitus Kindergartens und Kerstin Hans, Anna Kasberg des St. Marien Kindergartens mit ihrer Leiterin Maria Brüse fortbilden.

Abgeschlossen wurde die Fortbildung mit einer Elterninformationsveranstaltung und der Übergabe der Zertifikate. Rund 30 Eltern folgten der Einladung des Kindergartens. Die sechs Erzieherinnen und die Leiterin der Fortbildung, die Diplom Sprachheilpädagogin Christin Krüger, stellten das Projekt vor.

Die Besonderheit des Sprachförderungskonzeptes liegt darin, dass es einen integrativen Ansatz verfolgt. Krüger berichtet, dass gerade dies sehr wichtig sei, denn so genannte Drop-out-Gruppen, in denen Kinder für gezielte Sprachförderung aus der Kindergartengruppe herausgenommen würden seien nach aktuellen Studien nicht sonderlich effektiv.

Die Anbindung an den Alltag der Kinder fehle oft. „Language Route" hingegen soll auf die kindliche Sprachförderung im laufenden Alltag abzielen. So sollte unter anderem der bewusste Umgang mit Kommunikation und Interaktion während der Fortbildung gestärkt werden. Mit Kindern sollen effektive Gespräche geführt und so der Wortschatz und die beginnende Lese- und Schreibfähigkeit gefördert werden.

Dialogisches (Vor)lesen

Das kann beispielsweise durch dialogisches (Vor)lesen geschehen. Kinder werden hier interaktiv in den Leseprozess mit einbezogen. An einem dazu thematisch vorbereiteten Erzähltisch können sie hinterher die Geschichte nachspielen und so neu gelernte Wörter gebrauchen und vertiefen.

Eine wichtige Rolle im Konzept spielt auch die Elternarbeit. Sprache und Sprachförderung sei ein wichtiges Querschnittsthema in der Entwicklung der Kinder. So sei es erforderlich, dass auch Eltern darauf achten, viel und abwechslungsreich mit ihren Kindern zu sprechen. Das kann in den verschiedensten Situationen stattfinden. Sei es beim Einkaufen, auf dem Weg zum Kindergarten oder beim zu Bett gehen.

Leiterin Maria Brüse ist überzeugt: „Das Projekt ist bei den Kindern sehr positiv angekommen. Vor allem mögen sie den Erzähltisch." Das zusätzlich erworbene Wissen zum Thema frühkindliche Sprachförderung im Alltag sei eine echte Bereicherung für den gesamten Kindergarten.
Vera Hemker