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Krankenhaus 1984Chronik der Krankenhauses St. Marien in Olfen
Aus der Pfarrchronik St. Vitus

Pfarrer August Dirking berichtet: Bau des Krankenhauses 1892 - 1894

Die Nachbargemeinden Lüdinghausen, Seppenrade, Datteln und viele andere Gemeinden im Bistum Münster besaßen längst ein Krankenhaus. Da wollte 0lfen nicht länger zurückstehen. Dieser Wunsch spann sich schon von 1880 an durch das Jahrhundert bis 1890 fort.

Spenden

Am Feste Maria Lichtmess 1890 nahm der Plan zum Bau eines Krankenhauses greifbare Form an. Einige Schenkungen erfolgten:

Man erlies darauf hin einen Aufruf zu freiwilligen Zeichnungen mit Spenden; er führte zu einem guten Erfolg:

  • 300 Hark spendete Graf Wedel auf Haus Sandfort
  • 200 Mark von Gräfin Kielmannsegge in Cappenberg
  • 100 Mark von Graf August Schmising auf Haus Füchteln

Als passender Platz für das neue Krankenhaus fand sich ein Privatgrundstück vor dem Ostentor.

Am 11.01.1892 wurde der Baukonsen erteilt.
Der Bau, nach Zeichnung des Maurermeisters Merten aus Ascheberg, begann im Frühjahr 1892 durch die Firma Vogel hier.

Franziskus-Schwestern zogen ein

Am 14.02.1894 zogen 5 Schwestern aus dem Mutterhaus des hl. Franziskus zu St. Mauritz bei Münster in das neue Krankenhaus ein und wirken seitdem segensreich für die ganze Pfarrgemeinde in Olfen.

Das Haupthaus, das eigentliche Krankenhaus, stand allein da. Es fehlte absolut ein Nebenhaus mit einer Scheune. Es wurde noch im selben Jahr 1894 gebaut durch Ferdinand Robbert aus Lünen, und zwar östlich zum Haupthause zur Chaussee hin.

hübsche kapelle

Im Jahre 1898 errichten wir oben im Haupthause eine hübsche Kapelle ein. Das heiligste Sakrament wird hier aufbewahrt; dienstags und freitags ist in der Kapelle eine hl. Messe.

Zu Weihnachten 1898 kam eine ungemein schöne Krippe dazu.

zweites Nebenhaus

Schon 1899 erwies sich das Nebenhaus als viel zu klein; es wurde südwärts verlängert.
Zugleich wurde der nördliche freistehende Holzschuppen in Fachwerk gebaut.
Gottes Segen hat sicherlich über die Neubauten bisher gewaltet. Ferner verdient die Opferwilligkeit der Olfener Bevölkerung eine große Anerkennung.

Speiseanstalt

Seit Winter 1896 haben wir unten im Kellergeschoss des Krankenhauses eine Einrichtung, welche wohl einzig dasteht: es ist eine Speiseanstalt im Winter für die Schulkinder vom Lande aus den Bauernschaften. Durchschnittlich nehmen jedes Jahr ca. 140 Kinder daran teil – im Winter 1909/10 waren es sogar 165 Kinder.

Alle Kinder, reich und arm, erhielten täglich ein warmes gesundes Mittagessen bis zur vollen Sättigung – alles unentgeltlich. Da fragt man sich: Woher kommen die Gelder für die Kosten des Mittagessen? Ja, man muss wissen, dass die Nächstenliebe in den Olfener Herzen noch nicht erloschen ist.

Finanziell getragen wird das Krankenhaus durch Pflegegelder, freiwillige Gaben und mit jährlichen Kollekten in der Stadt und in den Bauernschaften um Korn, Kartoffeln, Butter und Eier.

Ferner sind nach dem Vorbild anderer Krankenhäuser sogenannte Jahreskarten eingeführt worden. Eine Karte kostet 1 Mark und gewährt 20 freie Verpflegungstage. Diese Karten erbringen zusätzlich pro Jahr 600 – 700 Goldmark ein.

Quelle:  Bernhard Wilms, Peter Dördelmann
Heimatverein Olfen, Arbeitskreis Geschichte