St. Vitus Logo

18.03.07 - Sparmaßnahmen

Die finanzielle Situation zwingt die katholischen Kirchengemeinden in Deutschland zu großen Einsparungen, so auch in Olfen und Vinnum.

Die katholische Kirchengemeinde St. Vitus möchte mit allen Gemeindemitgliedern über diese Sparzwänge (Leohaus, Jugendarbeit, Stadtranderholung, Bücherei) diskutieren und lud am Sonntag, 18.03.07, ins Leohaus ein.

Der Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat standen für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Kirchenvorstand und Gemeindemitglieder wollen gemeinsam beraten, wie die erforderlichen Sparmaßnahmen umgesetzt werden können - ob das Leohaus aufgegeben werden muss.

 

Vorgaben des Bistums
29.09.06

Für viel Gesprächsstoff wird gerade innerhalb der Kirchengemeinde auch der für das Jahr 2010 ins Auge gefasste Schritt der Aufgabe des Leohauses sorgen. Der Kirchenvorstand St. Vitus sieht aufgrund der dringend notwendigen Einsparungen keine Möglichkeit, das Leo-Haus mit seinem hohen Unterhaltsaufwand zu halten.

Neue, kleinere Räumlichkeiten für das Leben der Gruppierungen der Pfarrgemeinde müssten geschaffen werden. Diese sollen sich möglichst in der Nähe der Kirche und des Pfarrhauses befinden.

Gemeinsam mit dem Bistum Münster und der Stadt Olfen will man in der nächsten Zeit nach Alternativlösungen Ausschau halten. Das Bistum Münster hat angeordnet, dass Kirchengemeinden mit zu großen Gebäuden innerhalb einer Dreijahresfrist entsprechende Pläne für das Gebäudemanagement umzusetzen haben. Das bedeutet für Olfen, dass bis zum Jahre 2010 die neuen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen müssten. Wie das Leo-Haus in Zukunft genutzt werden kann, ob es vermietet werden kann oder aber verkauft werden wird, darüber muss sich vor allem der neue Gesamtkirchenvorstand baldmöglichst Gedanken machen.

 

Ungewisse Zukunft
Kirchenvorstand und Leohaus-Anhänger wollen gemeinsam beraten

19.03.07 - Ruhr Nachrichten

OLFEN - Die Zukunft des Leohauses ab dem 1. Januar 2809 ist ungewiss. "Es gibt aber zurzeit keinen Beschluss des Kirchenvorstandes, das Leohaus zu verkaufen oder zu vermieten", betonte Kirchenvorstandmitglied Stefan Lau bei der gestrigen Gemeindeversammlung im Leohaus.

Der Kirchenvorstand habe sich allerdings in den letzten Monaten intensiv mit dem Leohaus befasst. "Das Bistum hat die Gebäude laut Kirchengemeinde bewertet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass eigentlich zu viel Raum für die Gemeindemitglieder zur Verfügung steht", so Stefan Lau. Aufgrund der Anzahl der Gemeindemitglieder könnten 740 m2 vom Bistum bezuschusst werden. Die Vitus-Gemeinde hätte aber rund 600 m2 zuviel Raum zur Verfügung. Zurzeit erhalte man noch 21.815 Euro an Schlüsselzuweisungen. "Wir können aber davon ausgehen, dass diese ab dem kommenden Jahr geringer ausfallen". Deswegen müsse man, sich überlegen, ob es nicht günstiger für die Gemeinde ein neues Pfarrheim auf Basis der Schlüsselzuweisungen zu bauen.

"Noch können wir selbst über unseren Haushalt bestimmen", so Lau. Wenn man aber die finanzielle Situation nicht eigenständig verbessern könne, drohe ein Haushaltssicherungskonzept. "Dann entscheiden andere und wir können nicht mehr mitbestimmen."

Keine Spaltung

Pastor Bernd de Baey hielt sich bei der Diskussion zurück. Zu Beginn betonte er jedoch, dass er in vielen Gesprächen erfahren habe, wie wichtig das Leohaus für das Gemeindeleben sei. "Die Geschichte des Leohauses ist eng mit der Geschichte der Kirche verbunden." Der Kirchenvorstand habe aber Handlungsbedarf gesehen, über das Leohaus nachzudenken. "Ich bitte sie, den anderen Argumenten mit Fairness zu begegnen." Er könne sagen, dass alle gesprächsbereit sind . Bernd de Baey: "es ist für die Gemeinde wichtig, wie wir die Punkte diskutieren. Es darf nicht zu einer Spaltung innerhalb der Gemeinde kommen. Markus Vieting erklärte für den Pfarrgemeinderat, im Leohaus gebe es ein vielfältiges Angebot. "Wichtig ist, wenn einmal die Tür im Leohaus geschlossen wird, muss gleich am nächsten Tag an anderer Stelle eine Tür geöffnet werden."

In der anschließenden sachlichen Diskussion wurde deutlich, dass man versuchen muss, die finanzielle Situation verbessern. Möglich ist dies durch eine Senkung der Ausgaben und durch zusätzliche Einnahmen. Auf Anregung von Edith Möller wird sich der Kirchenvorstand nun in naher Zukunft mit einem Kreis, der für den Erhalt des Leohaus kämpft, treffen und über Möglichkeiten eines Erhalts des Leohauses diskutieren. • HTW

 

Kommentar
Theo Wolters

Gemeinde muss eingebunden werden
Kampf lohnt sich noch

Es gibt noch keine Entscheidung im Kirchenvorstand das Leohaus zu verkaufen oder zu vermieten. Diese Aussage war wichtig, denn viele Gemeindemitglieder sind in den letzten Wochen von beschlossenen Tatsachen ausgegangen. Es kann sich so durchaus noch lohnen, für den Erhalt des Traditionsgebäudes zu kämpfen. Die finanziell schwierige Situation der Kirchengemeinde ist den Gemeindemitgliedern durchaus bewusst. Doch warum soll es nicht noch andere Lösungen geben.

Kirchenvorstand und Gemeinde wollen weiter das Gespräch suchen und gemeinsam über verschiedene Möglichkeiten nachdenken. Dies ist gut so. Denn bei dieser wichtigen Entscheidung muss die Gemeinde mit auf den Weg genommen werden.
Theo Wolters