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02.04.11 - Ein Dach für alle Olfener
Ein Netzwerk bürgerschaftlichen Engagements
Ruhr Nachrichten

Anne Behr (r.) von der Stadt Olfen mit einigen Aktiven, die sich für das Projekt 'Unser Leohaus' engagieren. RN-Foto Edith Möller

OLFEN. An dem Projekt „Unser Leohaus" wird auf Hochtouren gearbeitet. Es soll eine Investition in die Zukunft werden. Das ist das Bestreben der Stadt. Damit sind jedoch nicht die etwa 1,4 Millionen Euro gemeint, die die Sanierung des Hauses verschlingen wird, sondern vielmehr die ehrenamtliche Investition in ein Netzwerk bürgerschaftlichen Engagements.

Die immer älter werdende Gesellschaft, die fehlende Mobilität, um am sozialen Leben teilzunehmen und auch Familienbande, die nicht mehr vorhanden sind, all das sind Gründe, für die eine neue Form des Zusammenlebens gefunden werden soll. Solidarität ist gefragt. Viele Ideen wurden gesammelt und werden zur Zeit parallel vorangetrieben.

Im Frühjahr 2010 hatte die Stadt zu einem ersten Treffen mit Vertretern aller Vereine eingeladen. Daraus entwickelte sich eine große Gruppe Aktiver, die an der Umsetzung dieser stolzen Pläne arbeitet. Bis zum Sommer soll die Bürgerstiftung „Unser Leohaus" gegründet werden. Zielsetzung der Stiftung ist es, ein Dach für alle Aktivitäten und Vereine zu sein. Gegenseitiges Helfen steht hier im Vordergrund.

„Der Bürger, der Hilfe sucht, soll Hilfe finden bei denen, die Hilfe anbieten." So hat es Hermann Pieper (Spielmannszug) treffend formuliert. Er arbeitet mit Martina Harlinghausen (Theater Pur)  und Matthias Kortenbusch (KITT) an der Satzung der Stiftung. Unterstützt werden sie von Anne Behr (Stadt Olfen), die neben Bürgermeister Josef Himmelmann das Projekt engagiert begleitet. Das Dach „Bürgerstiftung" soll zunächst von vier Säulen getragen werden:

  • Die Freiwilligenagentur.
    Sie wird die zentrale Anlaufstelle für Hilfesuchende sein und die, die Hilfsdienste anbieten. Hier sollen zudem Verknüpfungen stattfinden mit Vereinen, die bereits caritative Leistungen anbieten.
  • Das Vereinsleben.
    Vereine, die bisher das Leohaus genutzt haben und neue Vereine sollen die Räumlichkeiten mit Leben füllen.
  • Mobilitätszentrale.
    Der Bürgerbus-Verein arbeitet an einer bedarfsorientierten Beförderung.
  • Back-Office.
    Das ist die Anlaufstelle, die von der Stadt unterstützt wird. Vereine erhalten professionelle Hilfe, wenn es um steuerliche Fragen geht oder um Versicherungen, Beiträge, Satzungen und vieles mehr.

Dieses Gesämtprojekt durchläuft ein mehrstufiges Qualifikationsverfahren auf regionaler und Landesebene. Bei einer positiven Entscheidung winken 80 Prozent Zuschüsse für den Umbau des Leohauses, das die Stadt gekauft hat. Sobald das neue Pfarrhaus fertig ist, wird mit der Sanierung begonnen. Bis dahin bleibt im Leohaus alles beim Alten.
Edith Möller