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Wort des Pastoralteams zum Pfarrbrief

'Gemeinsam unterwegs'  - Ausgabe November 2011

Firmen werben für ihre Produkte, um sich am Markt behaupten zu können und um zu expandieren.
Politiker werben um Mehrheiten und um Wählerinnen und Wähler.
Die Kirchengemeinde St. Vitus versendet ihren Pfarrbrief „Gemeinsam unterwegs“ an alle Haushalte, um …. aufmerksam zu machen auf Gott.

Dabei scheint er bei vielen Menschen immer weniger gefragt zu sein, immer weniger im Alltag der Menschen einen Platz zu haben. Die meisten sind in Schule und Beruf oder im eigenen Haushalt so gefordert, dass sie sich nur noch auf das Notwendigste konzentrieren können.

Wie wichtig ist Gott

Dazu: Man will ja auch noch leben, Spaß am Leben haben, sich erholen, sich etwas gönnen. Gott gerät auf der Rangliste der Wichtigkeiten mehr in den unteren Bereich. Ich frage mich so manches Mal, ob es da nicht einen inneren Zusammenhang gibt zwischen dem Lebensgefühl vieler heute, die über Streß und über mangelnde Zeit, über mangelnde verlässliche Beziehungen und Freundschaften, über soziale Kälte und Rücksichtslosigkeit klagen und der Gottvergessenheit unserer Tage.

Anders formuliert: Wer Gott an die erste Stelle setzt, dem erschließt sich eine neue Rangordnung der Wichtigkeiten, der wird menschlicher, wacher, empfindsamer und zugleich verletzlicher. Sicher nicht einfach, ein solches Leben, aber unendlich bereichernd und erfüllend.

Gott bietet echte Freude

Das ein ‚solches Leben‘ echte Freude bieten kann, das konnte uns in diesem Jahr der Weltjungendtag zeigen. Junge Menschen aus Olfen haben erfahren, dass der Glaube an Gott nicht einengt sondern befreit, nicht Lebensqualität raubt, sondern schenkt.

Spaß und Glaube – es sind eben keine Gegensätze. Der Mensch, der sich Gott gegenüber öffnet, erfährt Sinn – und das in einer umfassenden, bisher ungeahnten Weise. Jesus sichert uns zu: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ Joh 10,10.

So manches Mal verstellt die Kirche auch den Blick auf diesen Leben schaffenden Gott, den sie ja verkünden und aus dem sie selbst leben soll. Davon konnten wir in den letzten Monaten vieles in den Medien erfahren. Ja, auch das ist ein Teil der Wirklichkeit unserer Kirche – aber eben nur ein Teil.

Gottesglauben leben

Mein Dank gilt allen, die in Olfen und Vinnum mit innerer Überzeugung ihren Gottesglauben leben und auf vielfältige Weise der Liebe Gottes zu uns Menschen eine konkrete Gestalt geben.

Dieses Heft informiert über einige dieser so wichtigen Initiativen. Das gemeinsame Gebet in den Kirchen soll uns tiefer in diese Gottverbundenheit einführen. Das ist für uns als Glaubensgemeinschaft der unverzichtbare Dreh- und Angelpunkt: Die Begegnung mit Gott.

Zugegeben: Das ist nichts für Kurzatmige. Es braucht den langen Atem des Vertrauens und des geduldigen Erwartens, bis ER sich denn als der Lebendige zeigt.

Darum geht es neu in diesem Advent: Auf die Menschwerdung Gottes zu setzen, die sich je ganz persönlich ereignet, wenn ich es denn auch richtig will.

Es grüßen Sie herzlich
Für das Pastoralteam
Bernd de Baey, Pastor