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04.06.12 - Einweihung des renovierten Kreuzes an der Selmer Str.
Lesung: Joh 3,14-17

Liebe Schwestern und Brüder!
Das so schön renovierte und hergerichtete Kreuz, vor dem wir uns heute versammeln, gibt uns Anlass zum Dank. Unser Dank gilt zunächst den Mitgliedern des Heimatvereins und seinem Vorsitzenden Ludger Besse, die sich so engagiert mit ihren Kräften und Möglichkeiten für die Herrichtung und Neubepflanzung der Umgebung und für die Renovierung des Kreuzes eingesetzt haben.

Den beteiligten Firmen Gärtnerei Lohmann, Vinnum, und Steinmetzbetrieb Middelmann, Olfen, für die guten Entwürfe und Ausführungen gilt ebenfalls unserer herzlicher Dank. Ein besonderes Dankeschön gilt auch Frau Liesel Pennekamp von der Selmer Straße. Sie, Frau Pennekamp, haben sich durch den Aufruf in der Zeitung angesprochen gefühlt und die Anschaffung eines neuen Korpus für das alte Kreuz ermöglicht. Viele Erinnerungen verbinden Sie mit diesem Kreuz. Sind Sie doch von Kind an auf dem Schulweg Tag für Tag hier vorüber gegangen. Sie verbinden mit dieser Schenkung Ihren Dank an den Herrn für sein Weggeleit in schwerer Krankheit und Lebenskrisen. „Dass ich so alt würde, hätte ich niemals gedacht.“ So haben Sie es mir gesagt. Sie sind dankbar für Ihr Leben, für Ihre Familie. Diesem Ihren Dank an Gott schließen wir uns heute gern an.

Das Wort, das auf dem Sockel des Kreuzes bisher gestanden hat, lautete:
So sehr hat Gott die Welt geliebt, doch seine Liebe wird vergessen.
Im Kirchenvorstand haben wir über dieses Wort miteinander gesprochen. Gerade der zweite Teil dieses Satzes mag heute vielen wie ein Vorwurf klingen, wie ein Wort, das ein schlechtes Gewissen macht. Wir wollten mit der Erneuerung des Kreuzes eine Einladung verbinden. Seine Einladung an uns soll neu deutlich werden. Er breitet seine Arme am Kreuz für uns aus, damit wir zu IHM und damit zum wahren Leben finden.

So lautet jetzt das Wort auf dem Sockel in Anlehnung an ein Wort Jesu im dritten Kapitel des Johannes-Evangeliums:
Wer an mich glaubt, hat Teil an meinem Leben.
Wer dieses kurze Wort liest, darf sich angesprochen fühlen. Nicht von irgendeiner Werbung für ein bestimmtes Produkt, sondern von Jesus, vom Herrn selbst. Der, der am Kreuz hängt, spricht zu uns. Er wartet auf uns. Er spricht nicht nur diejenigen an, die sich mit der Gemeinde verbunden fühlen und zur Gottesdienstgemeinde gehören. Er spricht alle an, die vorübergehen und ihren Blick auf dieses Kreuz richten. Jesus wartet auf unsere Zuwendung, damit wir in dieser kurzen Hinwendung eine Ahnung davon erhalten, wie sehr er sich uns zugewandt hat, ja tagtäglich zu jeder Minute, jetzt, für uns, für mich persönlich ganz da ist.

Wie schön ist es doch, dass die Männer vom Heimatverein sich bereit erklärt haben, das durch die Zeit verwitterte Kreuz wieder instand zu setzen. Sie verknüpfen damit die Bedingung, dass dafür aber auch ein neuer Heiland angeschafft werden müsse. Das Kreuz allein verkommt sehr schnell zum Todessymbol. Doch wenn der Herr selbst vom Kreuz herab uns anschaut, dann dürfen wir uns angeschaut und gemeint wissen.

Und das ist das Entscheidende: Er geht mit uns durch Leiden und Tod hindurch in die Herrlichkeit des neuen Lebens hinein. Das ist seine ganz persönliche Zusage. Und sein liebender Blick wirbt um unser Vertrauen. Was können wir uns besseres wünschen, als dass dieses neu hergerichtete Kreuz mit seiner Botschaft der Liebe von all denen, die vorüber gehen oder entlang fahren, wahrgenommen und angenommen wird. Aber das ist allein Gottes Werk.

Pfr. Bernd de Baey

zum Kreuz an der Selmer Str.