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RN-Foto MVZSa 31.12.16 - Das Interview
Pfr. Bernhard Lütkemöller blickt zurück und stellt wichtige Themen für das neue Jahr vor
Ruhr Nachrichten vom 31.12.16

Viel passiert ist in diesem Jahr in der Vitus-Gemeinde. So ist die Kirche renoviert worden. Im Gespräch mit Theo Wolters blickt Pastor Bernhard Lütkemöller auf das Jahr 2016 zurück und nennt Aufgaben für das neue Jahr.

Was waren für Sie die prägendsten Ereignisse im Jahr 2016?
Das sind zwei Punkte, einer unter äußerem, einer unter innerem Aspekt. Da ist sicherlich die Innenrenovierung der Kirche zu nennen. Nach der Renovierung und Einweihung der Orgel Ende 2015 begannen die Planungen für die Kircheninnenrenovierung. Dies war eine Nerven- und Geduldsprobe, auch gegenüber dem Generalvikariat. Alles in allem hatten wir dann erst Ende Mai Klarheit, dass es ab Juli etwas werden würde. Dann war natürlich auch der Umbau selber sehr interessant. Gut, dass wir im Zeitplan geblieben sind und auch den Kostenrahmen wohl einhalten werden.

Was war das prägende Ereignis innerhalb des Gemeindelebens?
Das ist sicherlich' der Pastoralplan, der seit 2013 in Arbeit war. Durch den Pfarrerwechsel ist der Prozess etwas ins Stocken geraten. Jetzt ist er fertig. Den Gremien ist er vorgestellt worden. Am 15. Januar werden wir ihn der Gemeinde nach dem Gottesdienst um 10.30 Uhr vorstellen.

Was ist die prägende Nachricht in dem Pastoralplan?
Wir wollen zwei Schwerpunkte in den nächsten Jahren setzen. Zum einen im Bereich Familie, unter anderem mit dem neuen Konzept der Vorbereitung der Erstkommunionkinder. Zum anderen im Bereich Jugend und Kirche. Darüber nachzudenken, macht in Olfen Sinn. Nicht nur in unserer Gemeinde, sondern auch über Gemeindegrenzen hinaus. Dabei brauchen wir die Kooperation mit der Stadt und der evangelischen Gemeinde.

Was hat sich bei der Vorbereitung der Kommunionkinder verändert?
Es hat sich abgezeichnet, dass Vorbereitungskonzepte nur nachhaltig sind, wenn sie auch die Familie mit einbeziehen. Wir möchten nun die Familie stärker mit einbeziehen. Bisher hat es neben einem Infoabend, zwei Elternabende gegeben. Jetzt haben wir zusätzlich vier Veranstaltungen für die Eltern mit ihren Kindern, bei denen sie inhaltlich und thematisch eingebunden werden. Beim Ersten haben Eltern und Kinder gemeinsam Schatzkisten gebaut, in denen die Kinder ihre Materialien sammeln können. Auch einige Patenonkel oder -tanten sind mitgekommen. Gemein sam haben sie dann gehämmert und gesägt. Da dies ein zusätzlicher Zeitaufwand ist, haben wir die eigentlichen Gruppenstunden von 20 auf 10 gekürzt. Dann wird es noch drei weitere Treffen am Samstagmorgen geben zu den Themen Taufe, Versöhnung und Eucharistie. Welche Bedeutung hat das Thema Jugend und Kirche? Das ist ein Thema, das zukunftsentscheidend ist. Wir dürfen uns nicht ausschließlich auf die älteren Bürger konzentrieren. Wir müssen also schauen, wie wir Jugend einbinden, ohne anbiedernd zu werden. Wir haben einen Inhalt, den wir vermitteln wollen. Die Bedürfnisse der Betroffenen sollen aber auch berücksichtigt werden. Gleichzeitig sind wir uns auch bewusst, dass wir eine Botschaft zu verkünden haben, die nicht durch eine demokratische Abstimmung zu finden ist, sondern die als Botschaft des Glaubens vorgegeben ist. Dies betrifft alle Bereiche des Gemeindelebens. Nicht nur die Frage, wie bekommen wir die Jugendlichen wieder in die Kirche, sondern dies betrifft auch die Bereiche Caritas, Verkündigung, Gemeinschaft. Eine Frage ist zum Beispiel, wie wir uns der konkreten Not vor Ort stellen. Erfreulich ist, dass im Arbeitskreis Asyl auch junge Leute mitarbeiten. Daran sieht man, dass junge Menschen durchaus ansprechbar sind, wenn es um konkrete Aufgaben geht. Hinzu kommt, dass Menschen heute eher Interesse an inhaltlich und zeitlich überschaubaren Projekten zeigen. Eine Einbindung junger Menschen wird also immer stärker projektbezogen sein. Dies hat auch Konsequenzen für die Leitung. Informationen nach innen und außen werden wichtiger, auch eine Vernetzung. Informationen und Medien sind so eine ganz wichtige Schnittstelle für uns.

Wird sich etwas im Seelsorgerteam verändern?
Nein, das Team bleibt bestehen. Wir sind ja gut aufgestellt: Pfarrer, Kaplan, Emeritus, Pastoralreferent und ständiger Diakon. Dazu noch seit August ein pastoraler Mitarbeiter in Ausbildung. Mehr ist nicht zu erwarten.
Ein wichtiges Thema im nächsten Jahr wird sicherlich die Integration der Flüchtlinge sein.
Ja, dies wird eine wichtige Aufgabe sein. So war ich auch froh, dass die Kirchen und auch ihre Verbände beim - ich sage 'mal - „Flüchtlingsgipfel“ gut vertreten waren. Wenn im nächsten Jahr 140 Menschen nach Olfen kommen, so wird dies sicherlich eine große Herausforderung. Ich bin zuversichtlich, dass wir dies schaffen. Olfen ist sehr gut aufgestellt. Dies zeigt, dass die Information und Kommunikation nach innen und außen sehr gut klappt. In den Kirchengemeinden, aber auch in der Zusammenarbeit der Verwaltung der Stadt mit dem Arbeitskreis Asyl. Besser könnte es noch bei den Ratsmitgliedern, also der politischen Schiene, sein. Da ist beim Arbeitskreis Asyl manchmal der Eindruck entstanden, die kümmert es nicht so sehr wie die Verwaltung. Zu einem anderen Thema. Wird es noch weitere Baumaßnahmen geben? Innerhalb der Kirche nicht. Für uns stehen einige kleine Sachen noch an. Wir sind aber noch nicht ganz im Klaren, wie wir damit umgehen. Die Dinge müssen wir im Kirchenvorstand noch besprechen.

Was wird für die Kirche in 2017 die größte Herausforderung sein?
Herausfordern wird uns sicherlich das ökumenische Jahr. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dies gut schaffen. Der Neujahrsempfang steht unter dem Zeichen der Ökumene. Auch ein Vertreter der Neuapostolischen Kirche wird wohl kommen. Im Februar zum Valentinstag werden wir alle Paare, die unterschiedlicher Konfession sind, zu einem Segnungsgottesdienst einladen. Anschließend soll es auch noch mit einem Glas Sekt ausklingen.

Wie viele dieser Paare gibt es in Olfen?
Es sind rund 500 Paare, die müssen alle erfasst und angeschrieben werden.

Was gibt es noch für Veranstaltungen?
Eine Fahrt im April zu den Stätten der Reformation mit Thorsten Melchert. Am Pfingstmontag gibt es einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Markt. Zudem möchten wir an diesem Tag eine ökumenische Partnerschaftsvereinbarung unterschreiben. Verbindlich wird es einen Sachausschuss Ökumene geben, der sich regelmäßig treffen soll. Ich habe bereits in der evangelischen Kirche gepredigt. Thorsten Melchert wird dies im Juni, auf unserem Patronatsfest, tun. Für den Herbst ist eine Vortragsreihe mit renommierten Referenten geplant.

Wird es wieder ein Orgelkonzert geben?
Pro Organo hat bereits Anfragen bis in 2018 herein. Vier Termine stehen für das Jahr 2017 bereits fest. Im September spielt Christine Leicht, unsere ehemalige Organistin.

Was wünschen Sie sich für das neue Jahr?
Auf jeden Fall Gesundheit. Im November sind Wahlen zum Pfarreirat. Ich wünsche mir, dass der Pfarreirat, der den Pastoralplan beschlossen hat, zumindest in Teilen an Bord bleibt. Außerdem wünsche ich mir auch eine gute Zusammensetzung dieses wichtigen Gremiums, das ja auch Leitungsaufgaben übernimmt. Ich glaube, wir sind in der Gemeinde für die Herausforderungen ganz gut aufgestellt, um eine vernünftige Arbeit machen zu können.