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Arbeitskreis Asyl zieht nach halben Jahr Café International ein positives Fazit

Ruhr Nachrichten vom 20.05.14

OLFEN. Hilfe ist wichtig und Hilfe kann Früchte tragen - das erleben die Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises ‚Asyl‘ aus Olfen in den vergangenen Monaten auf eine besondere Art und Weise.

Im Dezember 2013 starteten die Mitglieder mit ihrer Arbeit und ihrem Café International, das seither jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr im Haus Katharina stattfindet.

„Erfahrungen haben gezeigt, dass hier lebende Migranten den Austausch mit der Olfener Bevölkerung suchen, über ihre Erfahrungen berichten und gerne neue Kontakte knüpfen wollen“, erklärt Heiner Dieckmann, Mitglied des Arbeitskreises. Seit Dezember 2013 hat sich nun viel verändert und der Arbeitskreis ist stolz und überrascht, wie viel in den wertigen Monaten bereits in die Wege geleitet und erreicht wurde.

Gute Zusammenarbeit

„Besonders dankbar sind wir für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Olfen. Ohne eine solche Zusammenarbeit wäre eine so intensive Arbeit schwer möglich“, stellt Dieckmann fest. Circa 30 Asylbewerber aus Syrien, Algerien, Afrika, China aber auch Serbien und Marokko leben momentan in Olfen, und sie alle haben ihre ganz eigene Geschichte und ihr ganz eigenes Schicksal.

„Unser Café International wird unglaublich gut angenommen. Mittlerweile haben sich hier wahre Freundschaften entwickelt, wo der eine dem anderen hilft“, freut sich Mitglied Rita Watermann über die Entwicklung.

An den Nachmittagen wird gemeinsam Karten oder auch am Kicker gespielt, es wird viel gelacht, getanzt und geredet. Zudem finden zwischendurch auch Ausflüge wie Fahrradtouren oder auch eine Floßfahrt statt.

Auch anderweitig macht der Arbeitskreis riesige Fortschritte. Mittlerweile bietet Petra Paul vom Sozialdienst katholischer Frauen aus Lüdinghausen im Haus Katharina wöchentlich stattfindende Sprachkurse an.

Ab Juni bietet auch die VHS den Sprachkurs ‚Deutsch als Fremdsprache‘ an. Allerdings gibt es auch noch viele andere Probleme, mit denen Asylbewerber zu kämpfen haben. Es kann manchmal bis zu zwei Jahre dauern, bis den Bewerbern Asyl gewährt wird. In dieser Zeit dürfen sie weder arbeiten noch an Integrationskursen teilnehmen.

Alltag erleichtern

„Bei den Asylbewerbern handelt es sich meist um junge, heranwachsende Männer. Diese haben das Problem, dass sie gerne arbeiten würden, aber nicht können. Wir suchen nach Möglichkeiten, um ihnen den tristen Alltag zu erleichtern“, erklärt Dieckmann.

So sind seit ein paar Wochen nun auch viele Asylwerber beim SuS Olfen und auch beim Fußball der Landjugend aktiv. Für die wöchentliche Fahrt zur Lüdinghausener Tafel steht dem zwölfköpfigen Arbeitskreis der Kleinbus des St.-Vitus Stiftes zur Verfügung.

Nebenbei arbeiten die Mitglieder auch immer wieder in Zusammenarbeit mit den Pfadfindern daran, die jetzigen Wohnungen der Asylbewerber zu verschönern, und auch bei Behördengängen stehen die Mitglieder beratend zur Seite.

Weiter wachsen

Dabei bekommen sie Unterstützung von Sabine Schröder vom Sozialdienst katholischer Frauen aus Lüdinghausen.

Der Arbeitskreis Asyl wächst, und das in allen Bereichen. „Wir würden uns sehr freuen, wenn auch weiterhin viele Bürger den Weg zu unserem Café International finden würden, wenn wir wollen eine immer weiter wachsende Gemeinschaft schaffen. Jeder ist bei uns herzlich willkommen“, so das Team.

„Ich bin sehr beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft der Olfener. Und die Dankbarkeit der Asylbewerber ist unfassbar“ fasst Mitglied Pastor de Baey zusammen. Ein Projekt, das vielen Menschen eine Perspektive und eine Zukunft bietet und aufs Neue zeigt, was man gemeinsam erreichen kann.

Pia Niewind


 

Hilfe erwünscht

Fahrräder: Der Arbeitskreis bittet alle Bürger um Unterstützung. So werden dringend gut erhaltene Fahrräder benötigt. „Das Fahrrad ist das einzige Bewegungsmittel, das unseren Asylbewerbern zur Verfügung steht“ so Dieckmann.

Wohnungen: Außerdem werden dringend Wohnungen benötigt. Momentan leben alle Asylbewerber zusammen. In Zukunft werden jedoch weiter Unterkünfte benötigt. Die Miete würde dabei von der Stadt Olfen übernommen.