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Generalvikar Norbert KleyboldtGeneralvikar Kleyboldt weihte neue Orgel in der Olfener St.-Vitus-Kirche

Für viele Olfener war es ein besonderer Moment, als in der Pfarrkirche St. Vitus am ersten Adventssonntag die neue Orgel erstmals zum Lob Gottes erklang.

Was vor 13 Jahren ein Kreis orgelbegeisterter Menschen initiiert hatte, fand jetzt seine Erfüllung. Das neue Instrument aus der Remagener Werkstatt Merten überzeugte sowohl die Gottesdienstbesucher als auch Kantor Thomas Hessel. "Es ist eine Orgel mit einem warmen und ausgewogenen Klang. Die Möglichkeiten, die uns nun zur Verfügung stehen, sind ins Unermessliche gestiegen", schwärmte der Kirchenmusiker, der seit 2007 in der Pfarrei arbeitet.

Zur Orgelweihe war Generalvikar Norbert Kleyboldt aus Münster angereist. Er vertrat den erkrankten Weihbischof Dieter Geerlings, den die Gemeinde in der heiligen Messe besonders in ihr Gebet einschloss. In seiner Predigt betonte der Generalvikar, dass der Kirchbau und die Feier des Gottesdienstes lebendige Zeichen des Glaubens seien. Sicherlich fragten viele Menschen, ob es angesichts der Not in der Welt angebracht sei, in ein neues Instrument zu investieren. Soziales Engagement sei gut und wichtig. "Aber das Leben hat eine innere Würde, die eingebettet ist in einen großen Zusammenhang, nämlich in die Würde Gottes. Das ist die Botschaft, die die Kirche zu verkünden hat", sagte Kleyboldt. Diese Sicht habe Folgen für das christliche Handeln. Die Würde Gottes werde im Gottesdienst deutlich. Und dazu gehörten neben der Liturgie der Gesang und die Orgel.

Einen zweiten Gedanken gab er den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg. Gott zu erfassen übersteige die menschliche Vorstellung. Deshalb habe die Kirche Zeichen zu setzen, dass dieser Gott da sei und in die Menschen hineinwirke. Er zeige sich als ein liebender Gott. "Durch viele Symbole wie Kirchen, soziale Einrichtungen und die Feier der kirchlichen Feste zeigen wir, dass dieser Gott lebt und wirkt. Wer Gott die Ehre gibt, weiß sich dem Menschen verpflichtet", betonte Kleyboldt und rief die Gemeinde auf: "Gott lebt und ist für uns da. Er ist mitten unter uns. Geben wir ihm die Ehre mit unserem Lobpreis."

Im Anschluss an seine Predigt machte sich der Generalvikar gemeinsam mit Pfarrer Bernhard Lütkemöller auf den Weg zur Empore, um die neue Orgel zu weihen und sie ihrer Bestimmung zu übergeben. Mit einer gekürzten Fassung der Orgelsonate in A-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy stellte Hessel der Gemeinde das besondere Instrument erstmals vor.

Denn den klanglichen Grundstock für die neue Orgel bildet ein historisches Pfeifenwerk der englischen Firma Willis&Sons von 1872. Einige Register der alten Fleiter-Orgel aus St. Vitus von 1883 konnten zudem übernommen werden. Insgesamt wurde die Orgel auf 30 Register aufgestockt und verfügt über zwei Schwellwerke, die eine Dynamik von zart bis kraftvoll ermöglichen. "Ein derartiges Instrument ist im weiten Umkreis einmalig und bietet die Chance, die münsterländische Orgellandschaft zu bereichern", erklärte Heiner Dieckmann, Vorsitzender des Vereins ‚pro organo‘. Seit 13 Jahren sammelt er gemeinsam mit einem Team Geld, um ein neues Instrument anschaffen zu können. Ob Krippencafé, Benefizkonzerte, Kochbücher oder Pfeifenpatenschaften – viele Menschen in der Pfarrei unterstützen mit ihrem Engagement die Realisierung des großen Traums. Mehr als 270.000 Euro seien bis heute zusammengekommen. Doch der Weg sei noch nicht zu Ende. "Aber wir sind guten Mutes, das letzte Stück auch noch zu schaffen", sagte Dieckmann. Es sei ein erhabener Moment gewesen, als die Orgel erstmals im Gottesdienst erklungen sei. "Das ging unter die Haut."

Text: Bischöfliche Pressestelle
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